U18W1: Saisonabschlussbericht

Erfahrungen gesammelt – Möglichkeiten nicht ausgeschöpft. Weibliche U18 ist dennoch bereit für „die Großen“.

Bevor die U18 weiblich die Saison in der Regionalliga antrat, gab es viele Gespräche: sollen wir den Sprung wagen, sollen wir nicht? Welche Priorität haben Schule und Freizeit? Welche Priorität die Spiele der Damen? Immerhin hatte die Truppe vergangene Saison in der U18 Oberliga bereits die Meisterschaft gefeiert und hatte mit Anna nur einen Abgang zu verzeichnen. Mit dem Zugewinn von Basti im Trainer-Team, wurde jegliche Motivation aber noch einmal befeuert und es war klar: wir ernten die Früchte, die wir seit Jahren gesät haben und packen es an!

Von da an begann die Phase der „hätte, wenn und aber’s“ – es begann mit einer zu kurzen Saisonvorbereitung, ging damit weiter, dass beide Coaches nicht immer zu 100% bei der Sache sein konnten und sehr selten die Gelegenheit zum Teamtraining hatten. Dass man dann von den ersten 10 Spielen sieben auswärts spielt und nur drei heim (von denen man zwei gewinnen kann) und immer wieder auf Schlüsselspielerinnen verzichten muss, erklärt den Saisonverlauf ausreichend. 

Gegen die RheinStars Köln begann die Saison vielversprechend. Mit gewohnten Stärken konnte man die Gäste aus der Rheinstadt mit 45-41 nach Hause schicken – und das ohne richtige Saisonvorbereitung! Auch im zweiten Saisonspiel machte man sich kurz Hoffnungen: die Gastgeber aus Recklinghausen waren nur zu 6. (die 96ers immerhin zu 7.) und schienen körperlich unterlegen. Doch technisch und taktisch spielten die „CityBaskets“ auf einem anderen Level. Die 96ers hielten 10 Minuten dagegen, kassierten dann aber einige Dreier und bereits zur Halbzeit stellten die Gastgeber die Zeichen auf Sieg. In der zweiten Halbzeit wurden konditionelle Defizite der Itterstädterinnen deutlich. Recklinghausen erzielte seine Punkte nun primär durch Schnellangriffe. 

Hoffnungsvoll ging es in die Herbstferien unter dem Motto: Trainingsrückstand aufholen! Doch das Training lief alles andere als erhofft. Viele Absagen, die Aushilfe von Pia, Laura und Jasmin bei den immer weiter siegenden Damen und einige Verletzungen ließen kein Training zu 10t zu, geschweige denn gemeinsam an einzelnen Inhalten zu arbeiten und darauf aufzubauen. Mit Düsseldorf, Oberhausen und Opladen erwartete die Mädchen zusätzlich ein schwieriges Programm. Gegen die Capitol Bascats spielte man in eigener Halle aber stark, vergab aber 14 Freiwürfe und verlor somit deutlich mit 34-61 (Anisa, 8 Punkte). In Oberhausen kann man den Ausfall von Jasmin schwer kompensieren, kassiert 7 Dreier und verliert deutlich (108-36; Topscorer Johanna mit 11 Punkten). Es schließt wiederum ein gutes Spiel unter der Woche in Opladen an, in dem man beim Stand von 24-22 in die Halbzeit geht. Doch wieder werden konditionelle Defizite deutlich – hinzu kommt ein Rebounding, das noch nicht reif für die Regionalliga ist. Die zweite Halbzeit gibt mit 47-18 ab und verliert auch hier deutlich 71-40 (Jasmin 15 Punkte).

Es folgten vier spielfreie Wochen, wieder mit dem Ziel sich weiterzuentwickeln und dann gegen den direkten Tabllennachbarn aus Sterkrade den zweiten Saisonsieg einzufahren. Doch mit diesem Ziel standen die 96ers nicht alleine da – Sterkrade war in eigener Halle sehr bissig, kämpfte um jeden Ball und reboundete und reboundete und reboundete … mit einer deutlichen 65-50 Niederlage erlebten die 96ers vielleicht die größte Enttäuschung in dieser Saison (Clara 14 Punkte). Zu keinem Zeitpunkt konnte man das Spiel gegen einen ebenbürtigen Gegner knapp gestalten.

Auf die Enttäuschung folgte mit dem zweiten Saisonsieg gegen den TSV Hagen ein Hoffnungsschimmer. Mit 62-39 schickten die 96ers die Gäste aus Hagen nach Hause, wobei Anisa mit 24 Punkten und die Freiwurfequote von 15/18 sicher ausschlaggebend waren. Dabei stellte das Team auch nochmal seine besondere Mentalität in den Vordergrund. Es gab einige Spielerinnen, die auch nach den Niederlagen immer wieder aufstanden und versuchten weiter an sich zu arbeiten!

Mit 2 Siegen und 5 Niederlagen ging es mit 4 Wochen Spielpause in das Jahr 2020.

Mit denAstroStars Bochum erwartete die 96ers ein weiterer Hochkaräter in eigener Halle. 20 Minuten schaffen es die Mädchen mitzuspielen (34-26), doch dann fehlte die Power und vielleicht auch die letzte Zuversicht und das Spiel geht deutlich mit 97-50 an die Gastgeber (Anisa 13).

Drei Wochen später ein weiteres richtungsweisendes Spiel gegen die RheinStars Köln, die man in der Hinrunde noch schlagen konnte. Hier kam alles noch einmal zusammen, was den 96ers dieses Jahr zu schaffen machte: Rebounding, Ausdauer und wieder auswärts, so dass das Spiel bei einer 39-30 Führung plötzlich noch einmal eine traurige Dynamik annimmt. Mehrere Mal verpasst man es zweistellig wegzuziehen, weil der Ball einfach nicht mehr in den Korb fallen will und plötzlich platzt bei den RheinStars der Knoten: zweite Chancen, eine laute Halle und schwindende Kräfte führen zu einer unnötigen Niederlage (58-56).

Wie in der Hinrunde war diese Niederlage umso ernüchternder, betrachtet man die ausstehenden drei Spiele (Recklinghausen hatte zu diesem Zeitpunkt sein Team zurückgezogen). Dass mit Clara und Jasmin die beiden Aufbauspielerinnen angeschlagen sind und / oder bei den kommenden Spielen fehlten, ließ zu dem Saisonzeitpunkt dann doch schonmal unter der Woche die Köpfe hängen. Die Rolle von Jana, Merle und Jannette, die diese Saison eigentlich allesamt den Fokus auf die Reserve lenken sollten, wurde für die ausstehenden Spiele nochmal größer.

In Düsseldorf verliert man – da die kämpfende Clara im Spiel wieder umknickt – trotz Rücksichtnahme der Gastgeber mit 95-34 (Johanna 7).

Auch gegen Oberhausen ein dann doch schon gewohntes Bild: gute erste Halbzeit (18-29), die zeigt, dass man spielerisch völlig zurecht in der Liga spielt. Doch dann der Einbruch – Oberhausen hat einen Gang mehr: 32-81 (Sophie 10).

In das Spiel gegen Opladen geht es mit Jana und Johanna in ungewohnter Rolle auf dem Aufbau, so dass man mit dem Spielstand von 33-55 am Ende durchaus zufrieden sein kann. Zu dem Zeitpunkt kann man sagen, dass jede Spielerin die Situation angenommen hatte und jede Minute in der Regionalliga versucht hat, das beste herauszuholen.

Völlig richtig die Saison dann auf Grund der besonderen Umstände dann vorzeitig zu beenden. Aus Sicht der 96ers kann man nun aber nur spekulieren, wie die Spiele gegen die beiden Tabellenkonkurrenten aus Hagen und Sterkrade ausgegangen wären.

So oder so: das Trainerteam und die Spielerinnen sind stolz und froh, den Weg in die Regionalliga gewagt zu haben. Nach den vergangenen 5 Jahren, in denen es immer bergauf ging, war das die logische Konsequenz. Es liegt nun an allen Akteuren, die vergangenen Monate gut zu reflektieren und Schlüsse daraus zu ziehen. Dann lernt man aus Niederlagen wesentlich mehr, als aus Erfolgen.

Wir bedanken uns bei allen Spielerinnen für ihren tollen Einsatz. Danke Laura, Jannette, Pia, Clara, Jasmin, Anisa, Johanna, Sophie, Carina, Merle, Mila, Pauline und Jana. Es war immer wieder schön mit euch in die Halle zu gehen und mit euch zu arbeiten! Danke auch an Basti, der in der vergangenen Saison noch einmal ganz wichtige Energie mit ins Training und mit in die Spiele gebracht hat. Das war für jeden von uns eine Bereicherung!