Achterbahnfahrt der U16M

Die letzten Wochen der U16M gehörten nicht zu den einfachsten. Nach einer schwächeren Trainingsleistung, kam leider direkt das Topspiel der Liga. Das Duell der (eigentlich) ungeschlagenen Teams der Liga. Eigentlich, da unsere U16 eine 0:20 Wertung hinnehmen musste und somit stand bis dahin mit einer Niederlage und einem Punkt weniger in der Tabelle.

Das Spiel begannen unsere Jungs konzentriert. Die Spielzüge des Gegners wurden erkannt und im Laufe des Spiels immer besser verteidigt, obwohl es auch da ab und zu zu einigen Aussetzern kam. Leider konnte die Konzentration nicht bis zum Ende gehalten werden. Nach der Verletzung unseres Flügelspielers (Gute Besserung) schien die Mannschaft mit dem knappen Ergebnis überfordert zu sein und statt den eigenen Team-Basketball zu spielen, waren viel zu viele Frustaktionen und Einzelaktionen zu sehen. Das haben die Gegner eiskalt ausgenutzt. Alle waren sich nach dem Spiel einig, dass die Hildener Jungs den Sieg verschenkt haben und das Spiel selbst verloren haben.

U16M1 vs Hürther BC 47:61

Nachdem das Team am Tag danach beim Training über die Gründe der Niederlage diskutiert hat, wollte man dann motiviert in das nächste Spiel starten und die Sachen besser machen, die eine Woche davor nicht so gut geklappt haben. Die Möglichkeit gab es im Auswärtsspiel gegen die 2. Mannschaft der Bergischen Löwen. Obwohl der Abstand in der Tabelle ziemlich groß war, wollte man trotzdem den Gegner nicht unterschätzen. Die Angriffe sahen schon besser aus, allerdings war die eigentlich in den vorherigen Spielen starke Defense nicht zu sehen. Die Jungs wurden der Favoritenrolle gerecht und haben die 2 Punkten nach Hilden mitgenommen.

SG Bergische Löwen vs U16M 41:67

Den Höhepunkt der letzten 3 Wochen gab es aber am vergangenen Samstag. Zu Gast war der Drittplatzierte TuS Brauweiler. Ein Spiel, auf das man sich gut mit dem gesamten Kader vorbereiten wollte. Leider läuft es manchmal anders, als man es vor hat. Nachdem sich bereits am 2. Trainingstag 3 Spieler krank gemeldet haben und noch ein paar weitere am Freitag auch krankheitsbedingt ausgefallen sind, war es klar, dass man am Samstag nicht nur gegen den Gegner sondern auch gegen sich selbst kämpfen muss, da nicht alle beim Spiel anwesenden Spieler fit waren.

Die Kabinenansprache der Trainerin war klar: „Wir müssen heute einfach unser bestes geben, an unsere Grenzen gehen, die Fehler möglichst vermeiden und einfach nur kämpfen.“
Und das hat sich die Mannschaft auch zu Herzen genommen. Obwohl die Heimmannschaft etwas schläfrig ins Spiel startete, konnte man den Gegner ab dem zweiten Viertel auf Abstand halten. In der Halbzeit wurde das Team darauf aufmerksam gemacht, dass es in der Defense noch Luft nach oben gibt. Die Angriffe wurden teilweise richtig gut ausgespielt und damit wollte man weiter machen. Leider hat die Konzentration nach der Pause etwas nachgelassen, sodass die Angriffe nicht mehr wie besprochen klappten und der Gegner immer mutiger wurde. Nach einer Auszeit kam das Hildener Team wieder zu seinem Spiel und konnte sich bis zum Ende des dritten Viertels einen Vorsprung von 9 Punkten erarbeiten. Bis dahin hat nichts darauf hingewiesen, was für Krimi alle Zuschauer in dem letzten Viertel erwartet. Der Gegner hat für das letzte Viertel alle seinen Kräfte mobilisiert und hat nicht eine Sekunde daran gedacht aufzugeben. Schritt für Schritt haben die Gäste aus Brauweiler sich zurückgekämpft und obwohl unsere Jungs mutig dagegen hielten, konnte man die krankheitsbedingt fehlenden Kräfte merken. Infolge nahm die Trainerin alle möglichen Auszeiten um den Spielern Erholung zu geben. In der vorletzten Hildener Auszeit wurde das Team nochmal dazu aufgefordert, alles zu geben und bis zur letzten Sekunde um den Sieg zu kämpfen.

Die letzten 2 Minuten schienen für beiden Mannschaften eine Ewigkeit zu dauern. Nach einem erfolgreichen 3-Punkte Wurf des Gegners in der 39. Minute stand es plötzlich 60:61 auf der Anzeigetafel und es war klar: wer die Nerven behält – wird das Spiel auch gewinnen. Hier haben die Jungs der Trainerin Ula bewiesen, dass sie, im Gegensatz zu dem Spiel gegen Hürth, auch in solchen Situationen den kühlen Kopf behalten können. Der nächste Angriff wurde ruhig und konsequent gespielt. Die Erleichterung nach dem getroffenen Korbleger in der 40. Minute war bei dem Publikum laut zu hören. Da es aber immer noch ein paar Sekunden zu spielen waren, hat der gegnerische Trainer seine Auszeiten genutzt. Ziel der U16M1 war klar: Defense! Jeder wusste worum es gerade geht und genauso konzentriert, wurden die letzten 2 Einwürfe des Gegners verteidigt. Als noch 4 Sekunden auf der Anzeigetafel standen, wurde ein Hildener Spieler gefoult. 2 Freiwürfe! Einer verwandelt! 63:61!

Der Einwurf an der Mittellinie der Gegner, die bis dahin 5 erfolgreiche 3-Punkte Würfe abgegeben hatten, führte zum Glück der Hildener nicht mehr zum Korb. Dank einer Fehlers, erlangten die 96ers 2 Sekunden vor Abpfiff Ballbesitz. Verdienter Sieg und Applaus der Zuschauer!

Endergebnis: 63:61

„Ich bin wirklich stolz auf die Jungs. Anders als im Spiel gegen Hürth haben wir hier bewiesen, dass wir auch knappe Spiele gewinnen können. Und wenn man beachtet, dass die Hälfte der spielenden Jungs nicht richtig gesund war, war für mich beeindruckend, wie sie trotzdem gekämpft haben und auf dem Feld alles gegeben haben. Wir haben bis zum Ende nicht aufgegeben und das ist einfach toll. Kampfgeist und Siegeswillen sind in jedem Spiel entscheidend und das war heute deutlich zu sehen.“ – so die Trainerin.

Nächstes Wochenende reist die Mannschaft nach Bonn, wo sie gegen BG Bonn 2 antritt.

Autor: Ula Hanusiak